"Teufelswerk" revolutioniert die Industrie

Von Schwarzwälder-Bote 26.01.2016 - 18:20 Uhr
Die Eisenbahn gehört zu den umwälzenden Erfindungen aller Zeiten. Sie ermöglichte kostengünstiges Reisen und auch für die Wirtschaft und Industrie brachte die Eisenbahn viele Vorteile. Daran erinnert auch das Eisenbahnmuseum Schwarzwald.
S chramberg. Bereits im späten 18. Jahrhundert machten sich Ingenieure Gedanken, wie man Zugpferde durch einen stärkeren Antrieb ersetzen könnte. Erst mit der Perfektionierung der Dampfmaschine durch James Watt im Jahr 1769 wurden die Grundlagen dafür geschaffen. Eines der ältesten Eisenbahn-Modelle der Welt, wenn nicht das älteste, zu seiner Zeit wohl als technisches Anschauungsobjekt gefertigt, befindet sich im Eisenbahnmuseum Schwarzwald in Schramberg.

Die ersten dampfenden Lastesel wurden unter Tage eingesetzt, teilt das Museum mit. George Stephenson, ein weiterer britischer Ingenieur, holte die Stahlrösser aus den Eisen- und Bergwerken heraus. Zuvor verbesserte er die bis dato unbefriedigende Schienentechnik.

Am 27. September 1825 war es dann soweit: Die erste Eisenbahnstrecke der Welt wurde unter seiner Bauleitung eröffnet. Die erste deutsche Eisenbahn verkehrte zehn Jahre später im Jahre 1835 zwischen Nürnberg und Fürth. Auf einer sechs Kilometer langen Strecke dampfte die "Adler", so hieß die von Stephenson konstruierte Lokomotive. Für viele Menschen war die Eisenbahn zu dieser Zeit noch Teufelswerk. Man ängstigte sich vor den hohen Geschwindigkeiten und befürchtete, krank zu werden. Die Rauchwolken der Lokomotiven würden hindurchfliegende Vögel töten, und Kühe in der Nähe der Bahnhöfe gäben keine Milch mehr. Doch der Siegeszug der Dampfloks war nicht mehr aufzuhalten.
Eines der ältesten Eisenbahn-Modelle der Welt, zu seiner Zeit wohl als technisches Anschauungsobjekt gefertigt, befindet sich im Eisenbahnmuseum Schwarzwald in Schramberg. Die Lokomotive besteht aus Rahmen, Kessel, Zylinder und Kurbelwelle. Ein kleines Zahnrad verbindet über ein großes Zahnrad die Achse mit zwei Laufrädern. Das Exponat wurde 1826 von Fred Matthews aus Leeds signiert.

Über den Konstrukteur ist nicht viel bekannt. Horst Reichert aus Alpirsbach, Restaurator und Besitzer der Lok, meint, bei der Qualität des Modells muss der Konstrukteur Zugang zu einer erstklassigen Werkstatt gehabt haben. Reichert selbst hat die außergewöhnliche Maschine zufällig auf einem Antiquitätenmarkt in London in den 60er-Jahren entdeckt.

Zu besichtigen ist das außergewöhnliche Exponat im Eisenbahnmuseum Schwarzwald in Schramberg in der Ausstellung "Spielzeuge für Kaiser und Könige", in der noch viele weitere Raritäten aus den Jahren 1890 bis 1910 zu bewundern sind, so zum Beispiel das Modell der "Coup Vent", von dem es weltweit nur noch drei Exemplare gibt. Die Sonderausstellung "Spielzeug für Kaiser und Könige" ist noch bis zum 1. März im Gewerbepark H.A.U. zu besichtigen.   Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, letzter Einlass eine Stunde vor Schließung. Weitere Infos: www.eisenbahnmuseum-schwarzwald.de.

Quelle: https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-teufelswerk-revolutioniert-die-industrie.466a7712-fcee-4c5e-aab3-306b27b7ac76.html

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