Nobel: Ein Luxuszug für den Kaiser

Von Christoph Ziechaus 11.08.2019 - 21:50 Uhr
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"Wasser, Kohle, Feuer" braucht die Eisenbahn, um über die Berge zu dampfen.
Schramberg. Bei der Kinderführung im Eisenbahnmuseum in der H.A.U. zeigte "Jim Knopf" Michael Herberger die Geschichte der schwarzen Dampfloks den Kindern von den Anfängen an.

In einer Sonderausstellung sind auch die ersten Eisenbahnen von vor fast 180 Jahren zu sehen, ein Luxuszug für den Kaiser mit Salon- und mit Speisewagen. Wie so ein Dampfross funktioniert, zeigte Michael Herberger an einer Anlage eines Betriebswerks mit verschiedenen Loks.

Sand sorgt für die nötige Haftung
Bevor diese Dampf ablassen konnten, mussten sie erst mal gerüstet werden. Große Mengen Wasser flossen in Tanks, der Tender wurde mit Kohle gefüllt und Kisten an den Rädern mit Sand. Der sorgte für Haftung der großen Eisenräder auf den glatten Schienen, besonders beim Bergauffahren und beim Bremsen. Auch die modernen ICE brauchen dafür Sand, trotz aller elektronischer Antischlupftechnik.

War bei den Dampfloks das Wasser als Dampf mit schwarzen Rußteilchen durch den Schornstein geblasen, musste am nächsten Bahnhof nachgetankt werden.

Heute sind die Tanks am Rande der Bahnsteige längst verschwunden, denn die wichtigen Strecken sind alle elektrifiziert. Nur an der Strecke von Stuttgart nach Singen hat das die Bahn bis heute nicht geschafft.

Am großen Modell einer Dampfmaschine war zu sehen, wie die Räder angetrieben wurden. Jetzt waren die jungen Eisenbahner mit echten Schildmützen des Personals von damals ausgestattet und die Fahrt konnte losgehen. Mit einem Knopfdruck konnten die Züge auf der großen Modellbahn in Gang gesetzt werden, die dann ihre Runden durch die Alpenlandschaft drehten.

Weiße Dampflok sticht deutlich heraus

Die Modelle der Spur II waren in Vitrinen neben der Anlage zu sehen. Eine weiße Dampflok stach besonders heraus aus den schwarzen Loks. Die strahlte in edlem Weiß, hat aber nie unter Dampf gestanden. Dann wäre ihre Schönheit durch Feuer und Russ verblichen.

Die schöne Lok wurde um 1930 nur für Fotos gebraucht, die damals noch auf Glasplatten gebannt wurden. Alle ausgestellten Modelle sind von Hand gefertigte Unikate. Etwa 3000 Arbeitsstunden stecken in einer Lok. In der IG Spur II sind etwa 50 Mitglieder aus ganz Europa, die Eisenbahnen nach alten Plänen und Fotos nachbauen. Von den so entstandenen 110 Loks stehen 90 im Eisenbahnmuseum als dauerhafte Ausstellung.

"Ich verewige dich hier", ist das Versprechen, das Michael Herberger den Modellbauern macht, damit sie ihre Schätze öffentlich zeigen. Diese Schätzchen sind seit 2012 in Schramberg zu sehen.

Quelle: https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-nobel-ein-luxuszug-fuer-den-kaiser.cfa2aca6-c48b-4e3b-b85e-6c4d0a380aca.html

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